Energiefresser abwracken: Gewinner der Tauschaktion steht fest

Walter Rau heisst der glückliche Gewinner der Stromspar-Aktion, der bei der letzten Schnelldorfer Gemeinderatssitzung ausgelost wurde. Für den Austauschen seines alten Kühlschranks gewann er den Zuschuss von 150 Euro von der Gemeinde. Durch das neue Gerät kann er jetzt rund ein Viertel der Stromkosten einsparen und die Umwelt entlasten – Vorteile, von denen auch die anderen Aktions-Teilnehmer profitieren. An der Verlosung durfte mitmachen, wer noch Jahr 2016 seine alte Gefriertruhe, Kühlschrank oder Heizungspumpe getauscht und die Neuanschaffung bei einem örtlichen Gewerbe- bzw. Handwerksbetrieb per Rechnung nachwiesen hat.

Dorf–E-Autos in den Ortsteilen von Schnelldorf?

Am Abend des 21.02. fanden sich gut ein Dutzend Interessierte zum Thema Carsharing mit E-Autos im Gasthaus Zur Eisenbahn in Schnelldorf ein.
Ausgangspunkt war der Besuch des eFüßle-Projekts in Kupferzell-Füßbach vor vier Wochen . Es ging nun um Ideen zur Umsetzung des eFüßle-Projekts auf Schnelldorfer Boden. In einem kurzen Bericht über die Eckpfeiler des eFüßle-Projekts wurden die wichtigsten Infos aus der Exkursion nochmals ins Gedächtnis gerufen. Getragen vom Umsetzungswillen wurden die anwesenden Interessenten aus einzelnen Ortsteile und deren Aktivitäten gehört.
Wichtig war, dass man zügig und unkompliziert in eine Testphase von einem Jahr kommt, um zu sehen wie dieses Vorhaben sich im Alltag der Bürger bewährt.
Nun möchte man zusammen Einzelheiten klären, wie z.B. Vertragsausgestaltung durch örtliche Autovermietungen, auch die Zusammenarbeit mit hiesigen Firmen und Dienstleister soll angefragt werden.
Insgesamt war eine positive Aufbruchstimmung bei den Anwesenden zu spüren, ein nächster Termin ist auf den 21.03.17 um 19.30 Uhr in der Gaststätte Zur Eisenbahn festgelegt. Weitere Interessierte sind herzlich eingeladen.

Car—Sharing mit Elektroautos auf dem Land – Dritter Energiestammtisch als Exkursion nach Füßbach

Car-Sharing? Mit Elektroautos? In Schnelldorf? „Es kann nur klappen!“ lautete am 24. Januar der motivierende Ausblick. Und vielleicht stehen in einigen Ortsteilen der Gemeinde bald tatsächlich Elektroautos bereit, die dann gemeinsam von den Einwohnern genutzt werden. Um die Umwelt und den eigenen Geldbeutel zu schonen und den hier erzeugten erneuerbaren Strom selber zu nutzen. Aber auch um die eigene Mobilität für kurze Distanzen zu verbessern, was gerade im ländlichen Raum ja ein großes Problem ist.

Das dafür passende Anschauungsbeispiel zeigte der dritte Energiestammtisch, der diesmal als Busexkursion nach Kupferzell-Füßbach in den benachbarten Hohenlohekreis führte. Knapp 40 Teilnehmer schauten sich im dortigen Metallverarbeitungsbetrieb ein innovatives Car-Sharing-Projekt an, das frei nach Füßbach „eFüßle“ genannt und ausschließlich (100 Prozent!) mit Elektroautos betrieben wird. Der dortige Chef Heinz Müller, der Initiator und Betreiber der Biogasanlage Thomas Karle und das Vereinsmitglied Werner Kistner gaben den Teilnehmern wichtige Tipps mit auf den Weg, um im ländlichen Raum „Lust auf was Neues, Innovatives“ zu machen. Bereits am 21. Februar will man daher in Schnelldorf wieder zusammenkommen und dann pro Ortsteil die richtigen Akteure bzw. Strategien finden, um elektrisch mobil zu werden. Ausdrückliche Unterstützung gibt es dafür von der Bürgermeisterin Christine Freier, die das Car-Sharing als wichtigen Beitrag für die Umsetzung des Energiekonzeptes einschätzte. Genaue Uhrzeit und Ort der Zusammenkunft werden noch ausgemacht und dann über das Mitteilungsblatt und den Newsletter bekannt gegeben.

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In Füßbach war anfangs die Skepsis im Dorf noch groß, ob Elektroautos überhaupt funktionieren und schon praxisreif sind: „Da haben wir mal einen Tag lang Autos zum Testen hierher gestellt. Und dieser Tag war auch das Schlüsselerlebnis. Die Leute haben gesehen: Das sind vollwertige Autos und auch noch schick dazu“, verriet Herr Karle rückblickend als ausschlaggebenden Umsetzungstipp. Um den Einstieg in die Elektromobilität zu erleichtern und gleichzeitig das finanzielle Risiko zu minimieren, wurde hier Anfang 2016 ein gemeinnütziger Verein gegründet und mit zwei E-Ups von VW begonnen, die von dem Mobiltätsanbieter „Lautlos“ inklusive Full-Service gemietet und Vollkasko versichert sind. Aktuell sind sechs Einzelpersonen und fünf Familien fahrberechtigt, die somit nun ihren Zweitwagen in der Garage stehen lassen oder verkaufen können. Auch zwei Firmen, der Metall- und der Bioenergiebetrieb machen mit, nutzen die Autos u.a. für Kundenbesuche in der Region und fungieren als Standorte der Elektroautos, erläuterte Herr Müller. So haben es die Mitglieder nicht weit zu den Autos, die weiteste Entfernung beträgt geschätzt 200 Meter.

Für die Mitglieder teilt sich der finanzielle Aufwand in einen monatlichen Grundbetrag, der etwa die Hälfte der Mietkosten für die Firma „Lautlos“ deckt, und einen Leistungsbetrag. Der Grundbetrag ist nach Einzelpersonen (18 Euro), Ehepaaren (30 Euro) oder Firmen (90 Euro) gestaffelt. Der Leistungsbetrag ist die eigentliche Nutzungsgebühr und wird nicht wie üblich nach Kilometern, sondern nach den gemieteten und gefahrenen Stunden abgerechnet. Eine Stunde kostet vier Euro, ein halber Tag elf Euro, ein Tag 18 Euro und der Abend ab 19 Uhr acht Euro.

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Wer ein Auto in Füßbach ausleihen will, muss es zuvor per Telefon oder direkt auf der Internetseite des Projektes buchen. Damit das System funktioniert und die Mobilität auch gewährleistet ist, muss man mindestens zwei Autos zur Verfügung stellen, machte Herr Karle deutlich. Im Durchschnitt wird jeden Tag ein Auto genutzt, führte er weiter aus. Damit arbeitet der Verein schon fast kostendeckend. Bei normaler Fahrweise kommt man mit dem E-UP in der Regel 120 Kilometer weit, was für kurze Strecken vollkommen ausreichend sei. Das Stromtanken wird übrigens nicht berechnet, sondern von den beiden Firmen gesponsert. Das sei durchaus vertretbar, sagte Herr Müller, denn eine Tankfüllung kostet zur Zeit nur etwa vier Euro.

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Der Strom für die E-Autos stammt aus dem Dorf selbst, von Thomas Karles Biogasanlage. Allerdings gilt das nur „bilanziell“, weil die eingesetzten Autos über die normale 230 Volt-Steckdose mit Ökostrom (Naturstrom) aufgeladen werden, was aber eigentlich nicht als Nachteil anzusehen ist, vertrat Herr Karle die Meinung. Schließlich speise seine Biogasanalage wesentlich mehr Strom ins Netz ein, als die 84 Einwohner von Füßbach jemals nutzen könnten. Technische Weiterentwicklungen wie das bidirektionale Laden, bei dem neue Elektroauto-Modelle wie z.B. von Mitsubishi oder Nissan in das Stromnetz eingebunden und als Stromspeicher genutzt werden können, wurden in Füßbach zunächst nicht favorisiert, können aber bei der Weiterentwicklung in den nächsten Jahren in Frage kommen. Dann sollen auch eigene Autos zum Einsatz kommen.

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Eine wichtige Rolle spielt in Füßbach, dass es eine „coole“ Dorfgemeinschaft ist. Denn solch ein neues Projekt schweiße die Einwohner zusammen, machte Herr Karle als übergreifenden Gedanken deutlich und sorgt auch dafür, dass mit den Autos pfleglich umgegangen wird und auf spezielle Regeln (Reinigung) verzichtet werden kann. Gute Erfahrungen habe man bereits mit der Dorfsanierung und dem Aufbau eines Nahwärmenetzes gemacht. 2011 war Füßbach das erste Bioenergiedorf Nordwürttembergs, das sich zu über 80 Prozent mit eigenem erneuerbaren Strom und Wärme versorgen konnte.

Umfrage zur Elektromobilität startet am 9. Dezember 2016 – Interview mit Student Tyll Günner

Schnelldorf wird im Rahmen einer Forschungsarbeit zum Thema „Elektromobilität“ untersucht. Tyll Günner, der im Ortsteil Gailroth wohnt und an der Universität Bayreuth Geographie und Chemie studiert, will das Mobilitätsverhalten, die Akzeptanz und die Möglichkeiten von Elektromobilität in der Gemeinde analysieren.
In diesem Zusammenhang benötigt er die Unterstützung der Schnelldorfer Bürgerinnen und Bürger. In einem kurzen Fragebogen, der am 9. Dezember an jeden Haushalt verteilt wird, soll das Potential für Elektroautos in der Gemeinde Schnelldorf ermittelt werden. Die Beantwortung der Fragen wird etwa fünf Minuten in Anspruch nehmen. Wir befragten ihn zu den Hintergründen:

Herr Günner, warum wird die Befragung in Schnelldorf durchgeführt?
Tyll Günner: Die Befragung ist Bestandteil meiner Forschungsarbeit, an der Universität Bayreuth, zu meiner Abschlussprüfung im Fach Geographie. Auf Grund der aktuell großen Aufmerksamkeit für Elektromobilität in unserem Land und meinem eigenem Interesse, war das Thema für mich naheliegend. Als Geograph ist das Interesse an Fragestellungen mit räumlichem Bezug besonders groß, und da war meine Heimatgemeinde mit ihrem aktuellen Energiekonzept als geeignetes Objekt im wahrsten Sinn des Wortes naheliegend. Durch das kommunale Engagement bezüglich der Energiewende in der Gemeinde passt meine Arbeit sehr gut in die Thematik „Schnelldorf voller Energie“, die vom Amt für ländliche Entwicklung unterstützt wird. Außerdem ist es mein Ziel, eine Arbeit zu schreiben, die auch einen konkreten Nutzen hat und praktische Anwendung findet und nicht in irgendeiner Ablage oder Aktenschrank verschwindet. Auch möchte ich mit meiner Forschungsarbeit die eigene Gemeinde bzw. meine Heimatregion unterstützen und fördern. Deshalb Schnelldorf! Ich hoffe, dass die Bürger mich durch die Beantwortung der Fragen dabei unterstützen, eine fundierte Arbeit zu erstellen und damit beitragen, meine und ihre Gemeinde nach vorne zu entwickeln.

Elektroautos sind in aller „Munde“, aber nur wenige sind bislang auf der Straße zu sehen. Welche Bedeutung hat Elektromobilität denn in einer Gemeinde wie Schnelldorf?
Mit dem Energiekonzept hat Schnelldorf einen Anstoß hinsichtlich einer Energiewende in der Gemeinde geleistet. Dabei wurde festgestellt, dass durch die hiesigen Solar- und Biogasanlagen bereits doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Energien in Schnelldorf erzeugt, wie vor Ort verbraucht wird. Da bietet es sich an, den überschüssig produzierten Strom möglichst vollständig selbst bzw. regional zu verwenden, zum Beispiel auch für die eigene individuelle Mobilität. Zudem laufen in den nächsten Jahren die Förderungen für Photovoltaikanlagen aus und die Einspeisevergütungen werden wesentlich geringer. Auch deshalb wird die Eigennutzung von selbstproduzierten Solarstrom wirtschaftlich immer attraktiver.

Wie wirtschaftlich sind Elektroautos heute schon?
Wenn man die Kosten für den Strom und den Kraftstoff in Relation zueinander setzt, kommt man bei einer 50-prozentigen Ladenutzung an der eigen PV-Anlage auf Kosten von 3,30 Euro auf 100 Kilometer im Vergleich zu 9,10 Euro bei einem Verbrenner mit einem Verbrauch von 7 Liter auf 100 Kilometer. Neben den geringeren Kosten für die Energie schlagen vor allem auch noch steuerliche Vorteile und sehr viel geringere Kosten für Service (Inspektion etc.) zu buche. Dadurch, dass der eigene Strom direkt vor Ort verwendet wird oder aus der eigenen Region stammt, würde auch die Region massiv davon profitieren. In ländlichen Regionen werden die höchsten Ausgaben (rund 2.100 Euro für 25000 Kilometer) für Kraftstoff getätigt. Das entspricht grob einer Summe von zwei bis drei Millionen Euro pro Jahr allein für die Gemeinde Schnelldorf, die dann nicht mehr an „Ölkonzerne & Ölscheichs“ gehen würde und damit der eigenen Gemeinde als Kaufkraft erhalten bliebe. Außerdem handelt es sich um Ökostrom, der klimaneutral ist, ganz im Gegensatz zu Benzin oder anderen fossilen Brennstoffen. Die Anschaffung eines E-Autos ist aktuell zwar noch teurer als die eines Verbrenners. Dies wird aber je nach jährlicher Fahrleistung durch die niedrigeren laufenden Kosten und abhängig vom E-Auto-Tankverhalten bereits heute überkompensiert. Eine staatliche Kaufprämie vom 4.000 Euro kommt aktuell dazu. In den nächsten Jahren dürften die Kaufpreise für E-Autos gemäß Aussagen der Autohersteller zudem massiv fallen.

Viele haben noch Vorbehalte wegen der Reichweite. Ist Elektromobilität denn schon alltagstauglich?
Wer Elektroautos skeptisch gegenübersteht, sollte bedenken, dass die Tagesfahrleistungen in Deutschland durchschnittlich meist geringer sind als 80 Kilometer. Viele Elektroautos der aktuellen Generation haben schon heute eine Reichweite von 200 Kilometer, wobei der Markt sich schnell entwickelt. Es gibt auch schon Elektroautos mit einer Reichweite von über 400 Kilometer. In den Jahren 2017 und 2018 kommen eine Vielzahl neuer Elektroautos verschiedener Hersteller mit einer Reichweite von 300 bis 500 Kilometern auf den Markt. Wer dann pro Tag weniger als 400 Kilometer unterwegs ist, was die Regel ist, hat keine größeren Probleme daheim zu laden und den Alltag normal zu bestreiten. Wer in erster Linie mit seiner PV-Anlage laden will, hat das Problem, dass die Leistung im Winter sehr gering ist. Für dieses Problem gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel, dass man beim nächsten Biogasbauern lädt, von denen es in unserer Gemeinde in fast jedem größeren Teilort einen gibt. Außerdem investieren die Energieversorger, die Autohersteller und die Kommunen mit Bundesförderung ebenfalls immense Gelder in den Ausbau der Ladeinfrastruktur, so dass die nächsten zwei Jahre ein weitestgehend flächendeckendes Netz für alle Regionen Deutschlands vorhanden sein sollte. Für viele Nutzer ist heute schon die Alltagstauglichkeit vorhanden, vor allem für Zeitwagen oder Drittwagen. Nur für relativ wenige Ausnahmen muss dann noch auf klassische PKWs mit Verbrennungsmotor zurückgegriffen werden. Mit weiterem technologischem Fortschritt wird sich der Nutzerkreis, für die Elektroautos alltagstauglich sind, immer weiter vergrößern.

Sind Sie selber schon mal mit einem Elektroauto gefahren?
Ja, ich bin selber auch schon Elektroauto gefahren. Ich war sehr skeptisch, wurde aber dann positiv überrascht. Die Klischees, wie zum Beispiel ein Elektroauto sei träge, mache keinen Spaß oder sei im Alltag nicht zu gebrauchen, stimmen nicht. Die Beschleunigung ist besser als bei so manchem sportlichem Auto. Im Innenraum merkt man keinen Unterschied zu herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor. Im alltäglichen Fahrbetrieb ist es angenehm ruhig und entspannt.

Wann und wie läuft die Fragebogen-Aktion genau ab?
Am 09.12.2016 geht es los. Dann verteilt die Gemeinde mit dem Mitteilungsblatt die Fragebögen. Jeder Haushalt bekommt einen Fragebogen und es wäre toll, wenn möglichst alle Haushalte mitmachen und die Fragen beantworten. Die Fragen sind nicht schwer zu beantworten, wenn man sich nicht sicher ist können auch grobe Schätzungen zu Kilometerzahlen gemacht werden, und es dauert auch nur 5-10 Minuten. Die ausgefüllten Bögen können dann wieder bei der Gemeinde im Rathaus oder den bekanntgegebenen Adressen abgegeben werden. Natürlich werden die Daten anonym erfasst und nur für Forschungszwecke an der Uni Bayreuth ohne Rückschluss auf die Person ausgewertet.

Werden Sie die Ergebnisse veröffentlichen?
Sobald die Ergebnisse meiner Arbeit feststehen, wird die Gemeinde diese veröffentlichen und dann auch darauf aufbauend in Zusammenarbeit mit den Bürgern weitere Strategien hinsichtlich des Energiekonzepts entwickeln.

Mit Hackschnitzeln in die Zukunft und die Vorteile der Gemeinschaft – Zweiter Energiestammtisch in Ransbach a.d.H.

Die Hackschnitzelheizung gilt als CO2-neutral und komfortabel. Gegenüber den Holzscheiten hat das geschredderte Holz den Vorteil, dass man sich viel Arbeit erspart und das tägliche Nachlegen entfällt. Das macht die Anlage nämlich vollautomatisch. Auch das Absägen und Spalten des Holzes entfällt, dafür können auch Äste und kleineres Restholz verwendet werden. „In rund eineinhalb Stunden ist der Jahresbedarf gehackt“, erläuterte Otto Schaffert die Vorteile seiner Hackschnitzelheizung. Die steht in Ransbach an der Holzecke und dort startete auch der zweite Schnelldorfer Energiestammtisch. 20 Teilnehmer nutzten am 22. November die Gelegenheit, sich ungezwungen über die Nutzung des erneuerbaren Brennstoffes vor Ort zu informieren.

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Allerdings wird für die Hackschnitzel ein größerer Lagerraum benötigt, was auf dem Land eigentlich kein Problem sein dürfte. Otto Schaffert hat dafür seine alte Scheune umfunktioniert, wo die Hackschnitzel gelagert und produziert werden. Wegen der Staubentwicklung beim Schreddern kriegt der Nachbar rechtzeitig Bescheid, um die Fernsterläden kurz dicht zu machen. Dann blieben die Fenster sauber. Eine Besonderheit ist der Heizraum, der sich nicht im Haus befindet, sondern auf der anderen Straßenseite steht. Über eine 50 Meter lange, unterirdische Nahwärmeleitung ist das Wohnhaus angeschlossen. Recht großzügig dimensioniert ist der Kessel, er hat eine Leistung von 35 kW. Ausschlaggebend für die Umstellung auf Hackschnitzel war jedoch, dass er einfach eine mögliche Brandgefahr vermeiden wollte, die im Unglücksfall beim Bestücken und Anzünden des Brennholzes passieren könnte.

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Mit zehn Häusern und 14 Haushalten ist der kleine Ortsteil recht überschaubar und bot eine gute Anschauung, um zu überlegen, wie es mit erneuerbaren Energien in der Gemeinde weiter gehen sollte. Fünf Haushalte heizen in Ransbach mit Hackschnitzeln, drei mit Scheitholz. Der Rest nutzt Heizöl oder Strom für die Wärme. Bemerkenswert sind hier auch die zehn Photovoltaikanlagen, die zusammen auf 174 kW installierte Leistung und 65.500 Euro Einspeisevergütung kommen. Im Vorfeld hatte Frieder Strohmeier diese Daten recherchiert und konnte sie bei der anschließenden Auswertungsrunde in der Gaststätte Bergmann im Nachbarort Haundorf einbringen, wohin der Energiestammtisch umgezogen war. Was aber viele über Ransbach nicht (mehr) wissen: Früher war der Wald „Allmende“ und wurde von der Dorfgemeinschaft gemeinschaftlich genutzt. Weil heute aber nur noch wenige Einwohner in der Landwirtschaft tätig sind und „jeder für die Energie selber sorgen muss“, nahm die Diskussionsrunde das zum Anlass, über den Gemeinschaftsgedanken und die möglichen Vorteile nachzudenken. Denn in Zukunft komme es darauf an, die Energieerzeuger und -abnehmer zusammenzubringen und mehr Miteinander zu tun, war man sich einig. Die, die Wald haben und Hackschnitzel produzieren mit denen, die das Material für ihre Heizung benötigen. Oder die, die eine Photovoltaikanlage haben, mit denen, die in Zukunft Strom für ihr Elektroauto tanken bzw. die Batterie als Stromspeicher nutzen können. Noch etwas visionär klang freilich die Idee, eine Schnelldorfer „Energiebörse“ (wie die Strombörse in Leipzig) ins Leben zu rufen, um das Geben und Nehmen besser koordinieren und untereinander verrechnen zu können. Vor allem bei Hackschnitzeln sei es schwierig zu sagen, was die Produktion inklusive der Holzernte tatsächlich kostet, wurde ergänzt. Hilfsweise könnten die Beteiligten der Fernwärme in Gailroth einen „Wärmespiegel“ berechnen, wurde vorgeschlagen.

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Weil der Gemeinschaftsgedanke auch mit der eigenen Nachbarschaft zusammenhängt, muss der Vollständigkeit halber an dieser Stelle noch eine Ergänzung zur Wärmepumpe aufgezeigt werden, die beim ersten Energiestammtisch beleuchtet wurde. Denn neben den Vorteilen, die eine Wärmepumpe hat und die aufzeigt wurden, gibt es durchaus auch Nachteile wie Lärmentwicklung und kalte bzw. feuchte Luft, die beim Nachbar zu Beeinträchtigungen führen können. Wer also die nächste Wärmepumpe plant, sollte auf ausreichenden Abstand zum Nachbarhaus achten und sich frühzeitig mit ihm absprechen, wurde als wichtiger Hinweis deshalb aufgenommen.

Ein weiteres Thema war die energieeffiziente Sanierung von Eigenheimen. Hier wurde besprochen, wie man schrittweise vorgehen kann und was man bei einer Sanierung beachten muss. Als grundsätzliche Empfehlung wurde genannt, im ersten Schritt den Ist-Zustand des Hauses zu ermitteln und dafür einen guten Energieberater oder Handwerker zu Rate zu ziehen. Nicht immer machten jedoch höhere Vorgaben Sinn, die von bestimmten Förderprogrammen gefordert sind. Als Beispiel wurde die Dreifachverglasung von Fenstern genannt, die mit der Isolierung der Wände abgestimmt werden muss, sonst drohe schnell Schimmelgefahr. Daher gelte es, genau zu überlegen: „Was habe ich davon?“, wurde als entscheidende Fragestellung identifiziert. Nur so könne man dann zielgerichtet entweder die Fassade, das Dach oder die Heizung angehen. Neben dem Umweltgedanken und der Werterhaltung spielt bei vielen Sanierungen auch die Verbesserung des Raumklimas eine Rolle, war ein weiterer Hinweis. Denn eine gute Dämmung nütze im Sommer auch gegen die Hitze. Wichtig sei zudem, auf natürliches Isolierungsmaterial z.B. Holzfasern zu achten.

Der nächste Energiestammtisch soll im Januar stattfinden. Dann geht es in den Nachbarlandkreis zum Projekt eFüßle in Füßbach, wo angeschaut wird, wie Crasharing mit Elektroautos auf dem Land funktioniert. Der Strom kommt dort von der Biogasanlage. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.